Wissenschaftler sagen, dass Bildspektroskopie eine globale Landsat-ähnliche Abdeckung braucht, um die Erdbeobachtung zu verändern

25.06.2026

Eine neue Übersicht argumentiert, dass eine breitere wiederholte Satellitenabdeckung ein leistungsstarkes Forschungsinstrument in Routinedaten für Ökosysteme, Wasser, Böden und Nutzpflanzen verwandeln würde

Eine neue am Mittwoch in Nature Reviews Earth & Environment veröffentlichte Übersicht sagt, dass die Bildspektroskopie die Art und Weise verändert, wie Wissenschaftler den Planeten aus dem All beobachten, und argumentiert, dass ihr voller Nutzen von einer globalen Mission mit Landsat-ähnlicher Abdeckung abhängen wird.

Die am 24. Juni veröffentlichte Arbeit beschreibt die Bildspektroskopie als ein Instrument, das die spektralen Signaturen der Oberflächenmaterialien der Erde deutlich detaillierter lesen kann als herkömmliche Satellitenbilder. Dadurch können Forschende Merkmale unterscheiden, die mit Vegetation, Mineralien, Böden und Wasser verbunden sind – auf eine Weise, die Standard-Optikbilder oft nicht leisten können.

Die Autoren unter Leitung von David R. Thompson vom Jet Propulsion Laboratory der NASA und dem California Institute of Technology sagen, die Technologie diene bereits einer breiten Palette wissenschaftlicher Gemeinschaften. Sie argumentieren jedoch, dass der nächste Schritt eine breitere, wiederholte globale Abdeckung in räumlichen und zeitlichen Maßstäben ähnlich wie bei Landsat sei, dem langjährigen US-Erdbeobachtungsprogramm, das für die systematische Abbildung der Landoberfläche des Planeten bekannt ist.

Die Übersicht vereint Forschende des Jet Propulsion Laboratory, der University of Nevada, Reno, der University of Colorado Boulder, Caltech, der Stanford University und der University of California, Davis. Sie verweist auf eine wachsende Zahl von Missionen und Werkzeugen, die die Bildspektroskopie näher an den operationellen Einsatz gebracht haben, darunter Italiens PRISMA-Mission, Deutschlands EnMAP-Mission und das EMIT-Instrument der NASA. Außerdem verweist sie auf Arbeiten im Zusammenhang mit den Prioritäten von NASA für Surface Biology and Geology sowie auf Studien zu Nutzeranforderungen für künftige Landsat-Missionen.

Laut der Arbeit könnte eine Mission mit globaler Wiederholungsabdeckung dazu beitragen, die Bildspektroskopie von einer leistungsfähigen, aber noch begrenzten Forschungskapazität in eine routinemäßige Quelle für Daten zur Erdoberfläche zu verwandeln. Die Autoren verknüpfen diese Perspektive mit Anwendungen in der Umweltwissenschaft, im Ökosystem-Monitoring und in der breiteren Erdbeobachtung.

Dieser Wandel könnte auch für die mit Getränken verbundene Landwirtschaft von Bedeutung sein. Wenn spektrale Bildgebung in großem Maßstab und mit häufigen Wiederholungen verfügbar wird, könnten Erzeuger möglicherweise Stress und Vitalität von Reben über Weinberge hinweg präziser verfolgen und so schnellere Entscheidungen im Precision Viticulture unterstützen. Ähnliche Ansätze könnten eines Tages auch helfen, andere Kulturen zu überwachen, die in der Bier- und Spirituosenproduktion verwendet werden.

Der Artikel präsentiert keine neuen experimentellen Ergebnisse. Stattdessen legt er dar, was die Autoren als nächste Ära der Fernerkundung im Spektralbereich beschreiben, gestützt durch Fortschritte bei Sensoren, Kalibrierung und Analysesoftware. Zu den genannten Werkzeugen gehören WISER, eine 2025 vorgestellte Visualisierungs- und Analyseplattform, sowie EnMAP-Box für QGIS.

Die Übersicht wurde am 24. Juni als Version of Record mit DOI 10.1038/s43017-026-00805-y veröffentlicht. In ihrer Erklärung zu konkurrierenden Interessen sagten Thompson, Robert O. Green, Philip G. Brodrick und K. Dana Chadwick, dass sie Teilnehmer an der EAGLE-VSWIR-Mission der NASA seien. Die übrigen Autoren meldeten keine konkurrierenden Interessen.