31.05.2024
Der globale Weinmarkt erlebte 2023 ein schwieriges Jahr. Den Zolldaten verschiedener Länder zufolge verzeichnete der weltweite Weinhandel sowohl mengen- als auch wertmäßig einen deutlichen Einbruch. Das Volumen ging das zweite Jahr in Folge zurück, und zwar um 6,5 % auf 9,838 Milliarden Liter, womit es zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt unter die 10-Milliarden-Liter-Marke sank. Der Gesamtwert des Weinhandels sank ebenfalls um 4,7 % auf 35,957 Milliarden Euro. Trotz dieses Rückgangs ist dies immer noch der dritthöchste Wert in der Geschichte, nachdem im Jahr 2022 mit 37,715 Milliarden Euro ein neuer Rekord aufgestellt wurde. Erfreulicherweise setzte der Durchschnittspreis für Wein seinen Aufwärtstrend im dritten Jahr in Folge fort und erreichte mit 3,66 Euro pro Liter ein Allzeithoch.
Der Weinmarkt erlebte in den Jahren 2021 und 2022 einen außergewöhnlichen Aufschwung, nachdem er im Jahr 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie stark eingebrochen war. Das Jahr 2023 brachte jedoch zahlreiche Herausforderungen mit sich, die ein weiteres Wachstum verhinderten. Ein wichtiger Faktor war die globale Inflation, die 2022 trotz eines Mengenrückgangs zu einem Anstieg des Wertes beigetragen hatte. Die steigenden Kosten für Energie, Treibstoff und allgemeine Lebenshaltungskosten sowie Transport- und Lieferkettenprobleme, geopolitische Spannungen und Kriege, insbesondere der anhaltende Russland-Ukraine-Konflikt, trugen zum diesjährigen Rückgang bei.
Historische Muster zeigen, dass der Wert des weltweiten Weinhandels in Zeiten wirtschaftlicher Krisen tendenziell sinkt, wie z. B. 2009 während der Großen Rezession, 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie und jetzt im Jahr 2023. In diesem Jahr gab es einen Verlust von 679 Millionen Litern und 1,758 Milliarden Euro im Vergleich zu 2022. Das Jahr 2023 begann vielversprechend mit einem Anstieg des Handelswertes im ersten Quartal. In den folgenden neun Monaten war jedoch ein stetiger Rückgang zu verzeichnen, insbesondere im August und September. Das Volumen wies nur im März und Oktober ein positives Wachstum auf, während die schlechtesten Monate wiederum der August und September waren. Der Durchschnittspreis war bis April 2023 27 Monate lang kontinuierlich gestiegen. Ab Mitte 2023 begannen die Preise jedoch zu sinken, wobei die Durchschnittspreise in den Monaten Mai, September, Oktober und November niedriger waren als in den gleichen Monaten des Jahres 2022, was mit einer allmählichen Abschwächung der Inflation zusammenfiel.
Betrachtet man einen breiteren Zeitrahmen seit dem Jahr 2000, so ist der weltweite Weinhandel erheblich gewachsen, wobei die jährliche durchschnittliche Wachstumsrate (CAGR) des Wertes (+4,3 %) das Wachstum des Volumens (+2,1 %) übertraf. In diesen 23 Jahren stieg der Wert von 13,756 Mrd. € auf 35,957 Mrd. € und das Volumen von 6,057 Mrd. Liter auf 9,838 Mrd. Liter. Der Durchschnittspreis pro Liter ist ebenfalls deutlich gestiegen, und zwar um 1,39 € von 2,27 € auf 3,66 €. Dieser Anstieg ist größtenteils auf die stärkere Leistung von Weinen mit höherem Mehrwert, insbesondere Schaumweinen, und auf steigende Durchschnittspreise in allen Kategorien zurückzuführen.
Was die einzelnen Märkte betrifft, so verzeichneten die Vereinigten Staaten einen erheblichen Rückgang der Weineinfuhren, und zwar um 806 Millionen Euro und 209 Millionen Liter im Jahr 2023. Trotzdem bleiben die USA wertmäßig der größte Markt, fallen aber mengenmäßig auf den dritten Platz zurück. Deutschland eroberte mit 1,362 Milliarden Litern seine Position als mengenmäßig größter Markt zurück, bleibt aber wertmäßig mit 2,670 Milliarden Euro auf Platz drei. Das Vereinigte Königreich, das mit 4,823 Milliarden Euro wertmäßig an zweiter Stelle liegt, musste einen Rückgang von 3 % beim Wert und 5 % beim Volumen hinnehmen und kam auf 1,358 Milliarden Liter.
Weitere bemerkenswerte Verluste kamen aus Kanada und China, wobei Kanada einen Rückgang um 321 Millionen Euro und 43 Millionen Liter und China einen Rückgang um 297 Millionen Euro und 88 Millionen Liter verzeichnete. Von den 13 wichtigsten Märkten gelang es nur den Niederlanden, sowohl den Wert (+0,8 %) als auch die Menge (+0,5 %) der Weineinfuhren zu steigern. Auch Singapur verzeichnete ein wertmäßiges Wachstum.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Jahr 2023 für den globalen Weinhandel ein schwieriges Jahr war, das durch erhebliche Rückgänge sowohl beim Volumen als auch beim Wert vor dem Hintergrund der globalen wirtschaftlichen Herausforderungen gekennzeichnet war. Zwar gab es auf dem Markt einige Lichtblicke, wie den anhaltenden Anstieg der Durchschnittspreise und die Widerstandsfähigkeit bestimmter Märkte, aber insgesamt war der Trend rückläufig. Mit Blick auf die Zukunft muss die Weinindustrie diesen wirtschaftlichen Gegenwind sorgfältig meistern und nach Möglichkeiten zur Stabilisierung und schließlich zur Rückkehr zum Wachstum suchen.
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