Die sieben Kardinalssünden, die Sie mit Wein begehen

Ein Leitfaden für besseren Genuss

Willkommen in der Welt des Weins - einem Bereich, in dem Mythen und falsche Vorstellungen oft die Wahrheit verdunkeln und selbst die ernsthaftesten Enthusiasten in die Irre führen. Hier wollen wir diese Mythen entlarven und Ihnen helfen, Wein mit einer neuen Perspektive zu genießen. Ich zeige Ihnen, wie Sie die sieben Kardinalsünden, die die meisten Weinliebhaber begehen, vermeiden und Ihr Weingenusserlebnis verbessern können.

1. Wein für die Ewigkeit aufbewahren

Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass Wein mit dem Alter besser wird. Die Realität sieht jedoch so aus, dass etwa 95 % der Weine so hergestellt werden, dass sie bald nach dem Kauf genossen werden können und nicht von einer langfristigen Lagerung profitieren. Nur ein winziger Bruchteil kann über ein paar Jahre hinweg interessante Nuancen entwickeln, aber danach geht es mit den meisten Weinen bergab. Denken Sie daran: Wenn ein Weingut einen Wein auf den Markt bringt, dann in der Regel deshalb, weil es der Meinung ist, dass er sich in seinem besten Trinkfenster befindet.

2. Unsachgemäße Lagerung

Wenn Sie nicht vorhaben, Ihren Wein bald zu trinken, ist die richtige Lagerung entscheidend. Für eine kurzfristige Lagerung ist es in Ordnung, die Flasche aufrecht zu halten. Bei längerer Lagerung sollte die Flasche jedoch waagerecht gelagert werden, um den Korken feucht zu halten und eine bessere Abdichtung zu gewährleisten. Wein sollte in einer kühlen, dunklen und stabilen Umgebung aufbewahrt werden - fern von den schädlichen Auswirkungen von Licht und Temperaturschwankungen. Vergessen Sie die Küche oder den Dachboden, wenn Sie Wert auf Ihre Sammlung legen.

3. Kombinieren Sie immer nach Farbe

Vergessen Sie das alte "Rotwein zu Fleisch, Weißwein zu Fisch"-Schema. Die moderne Gastronomie empfiehlt, die Weine nach Geschmack, Textur und Gewicht zu kombinieren, nicht nach Farbe. So kann beispielsweise ein kräftiger Weißwein der perfekte Begleiter für Geflügel sein, während ein leichter Rotwein Fischgerichte wunderbar ergänzen kann. Es geht um das Zusammenspiel der Eigenschaften des Weins mit dem Essen.

4. Schaumweine nur als Abschluss servieren

Schaumweine wie Champagner oder Cava sind zwar oft für den Trinkspruch am Ende einer Mahlzeit reserviert, eignen sich aber auch hervorragend als Eröffnungsgetränk. Ihre knackige Säure und die spritzigen Bläschen sind ausgezeichnete Gaumenreiniger und eignen sich daher ideal für den Auftakt eines jeden Essens. Lassen Sie also den Korken knallen und genießen Sie das Prickelnde als Aperitif!

5. Fehleinschätzung der Serviertemperaturen

Viele Leute servieren Rotweine zu warm und Weißweine zu kalt. Rotweine sollten sich kühl anfühlen, idealerweise bei 55-59°F - nicht bei Zimmertemperatur. Weißweine hingegen sollten gekühlt, aber nicht eiskalt sein, da dies ihre Aromen und Geschmacksnoten überdecken kann. Ein kurzer Aufenthalt im Kühlschrank oder eine schnelle Abkühlung in einem Eiskübel sind empfehlenswert.

6. Die falschen Gläser verwenden

Das Glas kann einen großen Unterschied ausmachen. Weingläser sollten klar, groß genug zum Schwenken und offen genug sein, damit Sie das Bouquet genießen können. Bei Schaumweinen werden Flöten bevorzugt, um die Bläschen zu bewahren, und bei aromatischen Weinen hilft eine breitere Schale, ihre Komplexität zu erfassen.

7. Einschränkung der Auswahl

Die vielleicht größte Sünde unter Weintrinkern ist das Festhalten an einer engen Auswahl von Lieblingsweinen. Wein bietet eine außergewöhnliche Vielfalt, jeder mit seinem eigenen Profil, die darauf wartet, entdeckt zu werden. Ob ein jugendlicher Weißwein, ein reifer Rotwein oder irgendetwas dazwischen, jede Sorte bietet eine neue Erfahrung. Erweitern Sie Ihren Horizont und probieren Sie verschiedene Stile - vielleicht finden Sie einen neuen Favoriten!

Zum Schluss

Wenn Sie diese häufigen Fehler verstehen und korrigieren, kann sich Ihr Weinerlebnis grundlegend ändern. Durch die richtige Lagerung, das richtige Servieren und die richtige Kombination von Weinen können Sie nicht nur Ihren Genuss steigern, sondern auch Ihre Wertschätzung für die vielfältige Welt des Weins vertiefen. Denken Sie daran: Der beste Wein ist nicht unbedingt der teuerste oder der älteste - es ist derjenige, der Ihnen Freude bereitet und Ihrem Geschmack entspricht. Erheben Sie also Ihr Glas auf weitere informierte und genussvolle Weinerlebnisse! Prost!