19.12.2023
Im anspruchsvollen und vielschichtigen Bereich der Önologie hat in den letzten Jahren das Auftreten von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit dem Konsum von Rotwein an Interesse gewonnen. Ein bedeutender Fortschritt in diesem Bereich der Forschung wird von dem emeritierten Professor Andy Waterhouse von der University of California, Davis (UC Davis), geleitet und hat große Aufmerksamkeit in den Medien erregt.
Die Forschung konzentriert sich auf Quercetin, eine natürliche Verbindung, die in verschiedenen Pflanzen, darunter auch in Traubenschalen, vorkommt, und befasst sich mit ihrer möglichen Rolle bei der Entstehung von Kopfschmerzen. Quercetin, das auch in Lebensmitteln wie Kapern, frischem Dill, Koriander, Fenchel, roten Zwiebeln, Radicchio und Brunnenkresse enthalten ist, wurde als wahrscheinlicher Verursacher identifiziert. Obwohl es als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist, hat die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) festgestellt, dass es keinen nachgewiesenen medizinischen Nutzen hat, und vor unbegründeten Behauptungen einiger Unternehmen gewarnt.
Die laufende Studie, die in Zusammenarbeit mit der University of California, San Francisco (UCSF) School of Medicine durchgeführt wird, beinhaltet eine Methode, bei der Personen, die zu diesen Kopfschmerzen neigen, Rotwein konsumieren und die Schwere ihrer Symptome angeben. Dieser Ansatz ist zwar unangenehm, wird aber als notwendiger Schritt für den Fortschritt in der medizinischen Wissenschaft angesehen.
In den 1990er Jahren führte der Chemiker und Weinbauer Steven Price von der Oregon State University grundlegende Forschungsarbeiten durch, die zeigten, dass Sonneneinstrahlung den Quercetingehalt in Pinot-Noir-Trauben deutlich erhöht. Diese Ergebnisse deuten auf einen direkten Zusammenhang zwischen der Sonneneinstrahlung auf die Trauben und der Quercetinkonzentration in den daraus gewonnenen Weinen hin.
In diesem Zusammenhang schlug ein Bericht der Washington Post vor, dass die Entscheidung für preiswertere Weine eine Strategie zur Vermeidung von Quercetin sein könnte. Auch wenn dies eine zu starke Vereinfachung zu sein scheint, weist Waterhouse darauf hin, dass dieser Ratschlag nicht abwegig ist, da die Trauben für höherpreisige Weine im Durchschnitt stärker der Sonne ausgesetzt sind.
In Europa haben Studien in Italien und Spanien diesen Forschungsbereich erweitert. Die italienische Studie enthielt eine Liste von 50 Rebsorten, die nach ihrem Quercetingehalt klassifiziert wurden, während sich die spanische Studie auf bestimmte Weine konzentrierte und erhebliche Unterschiede im Quercetingehalt des Cabernet Sauvignon aufzeigte, die wahrscheinlich auf die Sonneneinstrahlung zurückzuführen sind.
Zu den Rebsorten mit geringeren Quercetingehalten gehören Sagrantino und Tannat, die dafür bekannt sind, dass sie sehr tanninhaltige Weine erzeugen. Im Gegensatz dazu weisen Rebsorten wie Cabernet Franc, Pinot Noir und Nebbiolo einen höheren Quercetin-Gehalt auf, was insofern bemerkenswert ist, als der Pinot Noir mit seinem scheinbar "sanften und leichten" Profil als geeignet für Menschen angesehen werden könnte, die zu Kopfschmerzen neigen.
Was den Weinbau und die Erzeugung von Weinen mit niedrigerem Quercetin-Gehalt betrifft, so wird vorgeschlagen, die Trauben mit Schattentüchern zu bedecken - eine Investition, die einige Weingüter aufgrund der Hitzewellen bereits tätigen. Sowohl Waterhouse als auch Price weisen jedoch darauf hin, dass es noch zu früh ist, um diese Ergebnisse als schlüssig zu betrachten.
Mit Blick auf die Entwicklung des Wissens über Weininhaltsstoffe und Gesundheit weist Price darauf hin, dass ein vollständiges Verständnis dieser Dynamik noch eine Weile auf sich warten lässt. Als vorläufige Empfehlung schlägt er vor, sich für Weißwein zu entscheiden, um Kopfschmerzen im Zusammenhang mit Rotwein zu vermeiden, da Quercetin hauptsächlich in den Traubenschalen enthalten ist und es Unterschiede in der Löslichkeit dieser Verbindung zwischen Rot- und Weißwein gibt.
Dieser Forschungsbereich befindet sich zwar noch im Anfangsstadium, eröffnet aber einen interessanten Weg, um zu verstehen, wie sich weinbauliche Faktoren auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Verbraucher auswirken, und stellt eine Konvergenz von önologischer Wissenschaft und Medizin dar.
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