Maison Pommery führt exklusive Gespräche mit Henkell über eine strategische Kombination

Die französische Schaumwein-Gruppe verfolgte einen Deal, der Henkell die Kontrolle verschaffen könnte, während Schuldenlasten die Refinanzierungsgespräche erschweren

08.06.2026

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Maison Pommery teilte am Dienstag mit, dass das Unternehmen seit zwei Monaten exklusive Gespräche mit dem deutschen Schaumweinhersteller Henkell über das führt, was es als strategische Kombination bezeichnete, da die französische Gruppe unter hoher Verschuldung leidet und an einer Refinanzierung mit ihren Banken arbeitet.

Das Unternehmen erklärte, der vorgeschlagene Deal würde zwei familienkontrollierte Gruppen zusammenführen und einen globalen Akteur im Schaumweinsegment mit einem Portfolio komplementärer Marken und einem internationalen Vertriebsnetz schaffen. Sollte die Transaktion vorankommen, würde Henkell Mehrheitsaktionär von Maison Pommery werden, dem neuen Firmennamen, den Vranken-Pommery im Januar angenommen hat.

Maison Pommery sagte, es gebe keine Gewissheit, dass die Verhandlungen zu einer endgültigen Vereinbarung führen werden. Die Ankündigung erfolgt zu einem sensiblen Zeitpunkt für die Gruppe, die trotz eines deutlichen Gewinnsprungs im vergangenen Jahr weiterhin unter finanziellem Druck steht.

Vorläufige Zahlen für 2025, die am 30. März veröffentlicht wurden, zeigten einen Anstieg des Nettogewinns auf 32 Millionen Euro nach 900.000 Euro im Jahr 2024, als die Champagnerabsätze zurückgegangen waren. Dieselben Zahlen zeigten jedoch nur einen begrenzten Rückgang der Nettofinanzverschuldung, die Ende 2025 bei 754,4 Millionen Euro lag, verglichen mit 758,3 Millionen Euro am 31. Dezember 2024.

Das Unternehmen hat zudem die Veröffentlichung seiner endgültigen Zahlen für 2025 verschoben, während es auf den Abschluss seiner Refinanzierungsgespräche mit den Kreditgebern wartet. Die Veröffentlichung war bereits einmal auf den 4. Juni verschoben worden und ist nun für den 30. Juni auf der Hauptversammlung der Aktionäre angesetzt.

Die geplante Verbindung spiegelt den breiteren Druck im Schaumweinmarkt wider, in dem Produzenten in einigen Märkten eine schwächere Nachfrage, höhere Finanzierungskosten und die Last großer Lagerbestände bewältigen mussten, wie sie in der Champagne wegen langer Produktionszyklen üblich sind. Für Maison Pommery, dessen Schuldenlast seit Jahren auf der Bilanz drückt, könnte ein größerer Anteilseigner sowohl finanzielle Unterstützung als auch eine breitere Distribution bringen.

Maison Pommery kontrolliert 2.600 Hektar Rebfläche, entweder im Eigentum oder gepachtet, in vier Weinregionen: Champagne, Provence, Camargue und dem Douro-Tal in Portugal. Zum Portfolio gehören Champagnermarken wie Vranken, Pommery & Greno, Heidsieck & Co Monopole, Charles Lafitte und Bissinger & Co. Außerdem besitzt das Unternehmen Portweinmarken wie Rozès und Sao Pédro, Douro-Weine unter Terras do Grifo sowie französische Labels wie Domaine Royal de Jarras, Pink Flamingo Camargue und Château La Gordonne Provence.

Henkell ist eine der größten Schaumweingruppen Europas und hat sein Geschäft über mehrere Märkte hinweg mit Marken in Sekt, Prosecco, Cava und Champagne aufgebaut. Eine Kombination mit Maison Pommery würde dem Unternehmen eine stärkere Präsenz im französischen Prestige-Schaumwein verschaffen und zugleich Maison Pommerys Zugang zu internationalen Vertriebskanälen erweitern.

Die Gespräche werden in der Champagne aufmerksam verfolgt, weil sie eines der etablierten Häuser der Region betreffen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Finanzierungsbedingungen angespannt bleiben und Konsolidierung in der Weinbranche erneut Teil der Diskussion ist. Für Maison Pommery dürften die kommenden Wochen sowohl für den Refinanzierungsprozess als auch für die Zukunft seiner Eigentümerstruktur entscheidend sein.

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