Großbritannien legt Fünfjahresplan für Lebensmittel- und Grenzkontrollen vor

Defra skizziert risikobasierte Kontrollen und Durchsetzung von 2026 bis 2030 für Importe, inländische Produkte und Compliance-Kontrollen

19.05.2026

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Die britischen Behörden für Lebensmittel- und Grenzkontrollen haben einen neuen Fünfjahresplan für Kontrollen vorgelegt, der von 2026 bis 2030 Inspektionen und Durchsetzungsmaßnahmen steuern soll. Er umfasst importierte wie inländische Produkte und gibt den Behörden einen Rahmen für die Überprüfung der Einhaltung von Sicherheits-, Gesundheits- und Tierschutzvorschriften.

Das Department for Environment, Food and Rural Affairs veröffentlichte am Montag den Multi-Annual National Control Plan for Great Britain und legte damit fest, wie amtliche Kontrollen bei Erzeugnissen tierischen Ursprungs, Erzeugnissen nicht tierischen Ursprungs, Importkontrollen und der Überwachung im Inland durchgeführt werden sollen. Der Plan soll risikobasierte Inspektionen unterstützen und sicherstellen, dass die Kontrollen dem jeweiligen Risikoniveau angemessen sind.

Das Dokument ist nach Regulation (EU) 2017/625 gesetzlich vorgeschrieben, die nach dem Brexit weiterhin Teil des britischen Rechts ist. Es bündelt die Arbeit mehrerer Behörden, darunter die Food Standards Agency, Defra und die Animal and Plant Health Agency, sowie der Kommunalverwaltungen, der Port Health Authorities und der Grenzkontrollstellen.

Für den Weinsektor ist der Plan deshalb relevant, weil er Teil des umfassenderen Systems amtlicher Kontrollen ist, das auch regulierte Lebensmittel- und Getränkeprodukte, die Einhaltung von Kennzeichnungsvorschriften, Importverfahren und den Schutz geografischer Angaben umfasst. Für Erzeuger, Importeure und Händler bedeutet das: Die Regeln für Prüfung, Dokumentation und Durchsetzung werden weiterhin von einem koordinierten nationalen Rahmen geprägt sein und nicht von einer einzelnen Behörde allein.

Defra erklärte, das System sei auf die Zusammenarbeit zwischen Ressorts und Umsetzungspartnern angewiesen, um die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen zu schützen. Der Plan weist zudem darauf hin, dass die Umsetzung teilweise dezentral erfolgt: Schottland, Wales und Nordirland arbeiten innerhalb der übergeordneten Struktur, passen die Durchsetzung aber an regionale Bedürfnisse an.

Zu den erfassten Bereichen gehören Kompetenzprüfungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kontrollen durchführen, einschließlich Schulungen, Audits und Bewertungen. Der Plan beschreibt außerdem die Rolle der Labore bei der Untersuchung von Produkten, der Bestätigung der Konformität und der Unterstützung der Seuchenüberwachung. Nach Angaben der Behörden sind diese Funktionen zentral, um Risiken frühzeitig zu erkennen und zu reagieren, wenn Standards nicht eingehalten werden.

Für Unternehmen aus dem Wein- und Spirituosensektor dürften sich die praktischen Auswirkungen vor allem bei Inspektionen, Zertifikatsprüfungen und Grenzverfahren im Zusammenhang mit Warenbewegungen nach Großbritannien bemerkbar machen. Der Plan verknüpft amtliche Kontrollen zudem mit einer breiteren Lebensmittelüberwachung sowie mit Tiergesundheits- und Pflanzengesundheitsmonitoring – all das kann Lieferketten betreffen, die auf importierte Zutaten, Verpackungen oder Fertigwaren angewiesen sind.

Die Veröffentlichung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aufsichtsbehörden weiterhin gezielte Durchsetzung statt pauschaler Kontrollen betonen. Dem Plan zufolge sollen die Behörden ihre Ressourcen dort konzentrieren, wo die Risiken am höchsten sind, zugleich aber die Koordination zwischen nationalen Stellen und lokalen Vollzugsteams aufrechterhalten. Dieser Ansatz soll für einheitliche Kontrollen sorgen und zugleich unnötige Belastungen für regelkonforme Unternehmen begrenzen.

Defra erklärte, Planung und Berichterstattung würden in den kommenden fünf Jahren zentral für das System bleiben, damit Kontrollen an veränderte Risiken angepasst werden können.

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