08.05.2026

Eine neue Studie in Deutschland hat ergeben, dass mehr als 12 % der Jugendlichen Anzeichen eines problematischen Alkoholkonsums zeigen. Das unterstreicht, dass Präventionsmaßnahmen weiterhin notwendig sind, auch wenn der Alkoholkonsum unter jungen Menschen in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist.
Die vom Stiftung Gesundheitswissen in der Fachzeitschrift JMIR Public Health and Surveillance veröffentlichte Studie befragte 2.006 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren in ganz Deutschland. Nach Angaben der Forschenden berichteten rund 20 % der Befragten, mindestens einmal pro Woche Alkohol zu trinken, während 12,7 % die Kriterien der Studie für problematischen Alkoholkonsum erfüllten.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede nach Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund. Jungen gaben häufiger als Mädchen problematischen Alkoholkonsum an, mit 15,9 % gegenüber 9,1 %. Unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund zeigten 16,9 % Anzeichen problematischen Konsums, verglichen mit 12 % bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.
Das Alter erwies sich als stärkster Faktor. Der Anteil der Teenager mit problematischem Alkoholkonsum stieg in den älteren Gruppen deutlich an: 5 % bei den 12- bis 13-Jährigen, 11,6 % bei den 14- bis 15-Jährigen und 21,9 % bei den 16- bis 17-Jährigen.
Die Forschenden fanden keinen signifikanten Zusammenhang zwischen problematischem Alkoholkonsum und der besuchten Schulform oder der Gesundheitskompetenz der Jugendlichen.
Problematischer Alkoholkonsum wurde in der Studie über eine Reihe von Warnsignalen definiert, darunter Alkohol zur Entspannung zu nutzen, wegen des Trinkens in Konflikte zu geraten, Erinnerungslücken und die Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss.
PD Dr. med. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender von Stiftung Gesundheitswissen, sagte, die Ergebnisse zeigten, dass Alkoholprävention Jugendliche weiterhin direkt erreichen und auf Gruppen mit höherem Risiko zugeschnitten sein müsse. Die Studie verdeutliche zudem den Bedarf an klaren Informationen, die junge Menschen verstehen können.
Die Studie erscheint vor dem Hintergrund, dass deutsche Gesundheitsbehörden das Trinkverhalten junger Menschen und die langfristigen Folgen von Alkoholkonsum im Jugendalter weiter beobachten – einer Phase, in der sich das Gehirn noch entwickelt und die Anfälligkeit für Schäden hoch bleibt.
Für die Erhebung wurde die deutsche Version des CRAFFT-Screening-Instruments verwendet, ein Standardverfahren zur Identifizierung riskanten Alkoholkonsums bei jungen Menschen. Zudem wurden Daten zur wöchentlichen Trinkhäufigkeit und zur Gesundheitskompetenz erfasst; die Antworten wurden gewichtet, um zentrale demografische Merkmale wie Alter, Geschlecht und Schulform abzubilden.
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